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Veröffentlichungen:

 

 

  • 2010 „Musiktherapie im Notfallkoffer" – Musik bei ressourcenorientierten stabilisierenden Kriseninterventionen in: Galle-Hellwig, Christian (Hrsg.) „Musiktherapie in Lebenskrisen" Reichert Verlag, Wiesbaden

  • 2004 Nachgefragt, Interview mit Claus Roeske, erschienen in Musiktherapeutischer Umschau Band 25, Heft 2, Vandenhoek und Ruprecht

  • 2005 „Ach wie gut, dass niemand weiß, ......." – Musiktherapie für Kinder aus Migrationsfamilien mit Schulverweigerung“ in: Plahl Chr. und Koch- Temming, H. (Hrsg.) „Musiktherapie für Kinder“ Hans Huber Verlag

  • 2004 Nachgefragt, Interview mit Claus Roeske, erschienen in Musiktherapeutischer Umschau Band 25, Heft 2, Vandenhoek und Ruprecht

  • 2004 "Die musikalisch-systemische Aufstellung in der Supervision von Musiktherapie" in: Systemische Konzepte für die Musiktherapie, Zeuch A. (Hrsg.), Carl Auer Verlag, Heidelberg.

  • 2003 "Musiktherapie bei Störung des Sozialverhaltens mit Aggressivität" Beiträge zur Musiktherapie, zu beziehen über DGMT, Libauer Straße 17, 10245 Berlin, info@musiktherapie.de

  • 2001 "Behandlung schwerer jugendpsychiatrischer Störungen - Musiktherapie zwischen Mythos und Möglichkeit" in: Wiener Beiträge zur Musiktherapie Band 3, Hrsg. D. Storz und D. Oberegelsbacher, Edition Praesens, Wien

  • 1999 "Martin: Behandlung eines Jugendlichen mit Zwängen unter Einbeziehung systemisch-lösungsorientierter Ansätze" in: Musiktherapie mit psychisch kranken Jugendlichen, Hrsg. Haffa-Schmidt u.a., Vandenhoeck und Ruprecht

  • 1991 "Musiktherapie im chronischen Bereich" in: Musik und Kommunikation Hrsg. Decker-Voigt, Eres Lilienthal/Bremen

 

Abstracts:

 

Abstract: Martin: Behandlung eines Jugendlichen mit Zwängen unter Einbeziehung systemisch-lösungsorientierter Ansätze

Bei diesem Artikel, erschienen in dem Band "Musiktherapie mit psychisch kranken Jugendlichen", handelt es sich um die Falldarstellung einer Musiktherapie mit einem 14jährigen Jugendlichen, der unter einer Zwangsstörung litt. Ausgehend von dieser konkreten "Therapiegeschichte" werden verschiedene Theorieaspekte aus systemisch- lösungsorientierter Sicht fokussiert, wie die Konstruktion eines Therapiekontextes, die Bedeutung von Musik und Ritualen. Hauptthese des Autors ist, dass freie Improvisation, als wesentliche musiktherapeutische Intervention die Funktion eines Lösungs- oder Heilrituals annehmen kann.

Abstract: Behandlung schwerer jugendpsychiatrischer Störungen
Musiktherapie zwischen Mythos und Möglichkeit

Claus Roeske, Dipl. Musiktherapeut

In dem Artikel beschäftigt sich der Autor zunächst mit der Verknüpfung des Etikettes "schwer" mit dem Begriffssystem der psychiatrischen Störungen. Er untersucht, auf welchen unterschiedlichen Kommunikationsebenen der Eindruck entstehen kann, dass eine Behandlung "schwer" sei, und welche Auswirkungen dies auf den Therapieprozess haben kann. In einem einfachen Modell des therapeutischen Dialoges wird zwischen Problem- und Lösungskontext unterschieden. Musiktherapeutische Interventionsmöglichkeiten werden vor dem Hintergrund der vorgestellten Modelle untersucht und durch Fallvignetten erläutert. Schwerpunkt ist hierbei die Unterscheidung zwischen Problem - und Lösungstrance und die Konstruktion eines musiktherapeutischen Behandlungsauftrages. Zum Schluss werden Thesen zur Lösungsorientierung von Musiktherapie vorgestellt und diskutiert.

In the article the author analysis the connection between the label "severe" and the concept of "psychiatric diseases". He examines on which different communication levels the impression, that a treatment is "difficult", can arise and which effect this may have on the process of music therapy. In a simple model of therapeutic dialogue will be made a differentiation between a "solution -" and a "problemcontext". Then follows an examination of specific musiktherapistic activities according to this model.
The focus lies especially on the difference between a "solution-orientated -" and a "problem-orientated trance". Thesis concerning the solution-orientation of musictherapy will be presented and discussed in the end.

 

Artikel: Musiktherapie bei Störung des Sozialverhaltens mit Aggressivität

Claus Roeske, Dipl. Musiktherapeut

Einführung in das Thema:Aggressivität bildet vielfach den Anlass für eine psychotherapeutische Behandlung in der Klinik bei Kindern und Jugendlichen. Als Musiktherapeut werde ich oft mit diesem Klientel konfrontiert. Es scheint eine fast magische/zwangsläufige Indikationsstellung für Musiktherapie bei dieser Patientengruppe zu geben. In diese vorbewusste eher intuitiv getroffene Zuschreibung, möchte ich etwas Licht bringen um eine differenzierte Diskussion über musiktherapeutische Möglichkeiten anzuregen...

 

Die musikalisch-systemische Aufstellung in der Musiktherapie“
Leseprobe aus dem Beitrag von Claus Roeske

Ein junger Mann, Teilnehmer bei einer Supervisionsgruppe, berichtet, dass er sich schon längere Zeit mit der Perspektivlosigkeit in seiner jetzigen Arbeitsstelle quält. Er berichtet, dass die Arbeit ihn wenig fordere, die Bezahlung sei schlecht und er sei immer weniger motiviert etwas zu tun. Die Stelle zu wechseln sei auch nicht möglich, da er familiär und regional gebunden sei und in dem letzten Jahr im Umkreis keine einzige angemessene Stelle ausgeschrieben gewesen sei. .....Der Supervisor macht den Vorschlag, eine Aufstellung mit den Kategorien Fokus, Ressourcen, Hindernisse, Aufgaben und Ziel zu machen. Mit „Fokus“ ist die Position von Herrn A. gemeint, es ist seine persönliche Perspektive in der Aufstellung. „Ressourcen“ meint alle Personen, Eigenschaften, Handlungsmöglichkeiten, Dinge usw. die Herrn A. dabei helfen könnten seine Ziele zu erreichen. Unter „Hindernissen“ ist entsprechend alles zu verstehen, was hinderlich beim Erreichen der Ziele sein könnte. Die Position „Aufgaben“ meint alles, was Herr A. glaubt verändern zu müssen, bei sich selbst oder im System. Das „Ziel“ repräsentiert die im vorangegangenen Interview besprochenen Ziele. Da die Gruppe nur aus acht Teilnehmern besteht, wird vereinbart, dass für jede Kategorie nur ein Instrument, bzw. eine Instrumentengruppe positioniert wird. Ansonsten können in größeren Gruppen beliebig viele Instrumente positioniert werden, was natürlich die Komplexität des Geschehens stark erhöht. Herr A. stellt für jede Kategorie ein Instrument in den Raum und gibt dieser Position einen Namen im Sinne einer Überschrift. (zum Beispiel wurde die Position „Hindernisse“ als „Innerer Schweinehund“ bezeichnet.) Danach führt Herr A. jeweils eine Person zu den Instrumenten. Für sich selbst (Fokus) wählt er ebenfalls einen Repräsentanten. Danach improvisiert die Gruppe. Die Aufstellungsarbeit und der Beginn der Improvisation geschieht wortlos, da vorher die Methodik der Gruppe erklärt wurde. Die Gruppe fängt an zu improvisieren, wenn der letzte Repräsentant auf seinen Platz gebracht wurde und Herr A. seine Beobachtungsposition eingenommen hat. Die Reflektion erfolgt erst nach dem Abschluss der Improvisation. Zunächst werden die Repräsentanten nach ihren spontanen Erlebnissen und Empfindungen während der Improvisation befragt. Besonders Bedürfnisse oder Impulse nach Veränderungen werden hier fokussiert. Beim Befragen läuft der Supervisor mit Herrn A. durch die Aufstellung, begrüßt jeden Repräsentanten ritualisiert und verabschiedet sich wenn beide zum nächsten gehen. Die Repräsentanten bleiben allerdings in ihren Positionen. Nach den Repräsentanten werden die Beobachter befragt. Danach fragt der Supervisor Herrn A. nach seinen Empfindungen und erarbeitet mit ihm Veränderungsperspektiven.

 

Abstract: Leseprobe zu „Ach wie gut, dass niemand weiß....“

Trotz der zahlreichen Menschen aus anderen Kulturen, die zur Zeit in Deutschland leben, ist das Thema interkulturelle Psychotherapie/Musiktherapie nur sehr wenig bearbeitet worden. Es gibt zwar erste hoffnungsvolle Ansätze, aber noch wenig wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse.
Mir ist es ein Anliegen auf die Möglichkeiten hinzuweisen, die sich für die Musiktherapie mit ihrem nicht sprachgebundenen Medium Musik im interkulturellen Kontext bieten.
Die Mitbehandlung des systemischen Kontextes wird in diesem Arbeitsfeld eine zwangsläufige Notwendigkeit. Für Musiktherapeuten ist es deshalb notwendig, auch hier Konzepte zu entwickeln. Dabei beziehe ich mich im Besonderen auf eine Integration systemischer und musiktherapeutischer Konzepte, wie sie zur Zeit in ersten Ansätzen formuliert werden.
Musiktherapie könnte in einer sich noch zu entwickelnden interkulturellen Psychotherapie eine tragende Rolle spielen, wenn man der fremden musikalischen Kultur respektvoll und neugierig begegnet. Frei improvisierte Musik ohne festen Bezug zu überlieferten Rhythmus-, Melodie-, oder Harmoniestrukturen kommt in keiner musikalischen Kultur vor, die bestimmten ethnischen oder geographischen Gruppierungen zuzuordnen wäre. Im interkulturellen Dialog geht es vor allem darum die „Zwischentöne“ zu verstehen und zu hinterfragen. Hierin sind Musiktherapeuten in besonderer Weise geschult, es ist zentraler Gegenstand qualitativer musiktherapeutischer Betrachtung und Analyse.

 

Abstract:

Als derzeit niedergelassener Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Supervisor in eigener Praxis möchte ich in dem Artikel auf musiktherapeutische Erfahrungen blicken, die ich im klinischen und ambulanten Kontext machen durfte. Musiktherapie verstehe ich hierbei als einen integrativen Bestandteil meiner psychotherapeutischen Arbeit, der eingebettet ist in ein übergeordnetes psychotherapeutisches Theorie- und Praxissystem. Im Fokus des Artikels werden musiktherapeutischen Möglichkeiten bei der Regulation und Modulation akuter emotionaler Krisen stehen. Mir ist dabei sehr bewusst, dass ich hier nur einen kleinen Teilbereich von möglichem musiktherapeutischen Handeln beschreibe. Ich werde mich mit zwei Fragenkomplexen beschäftigen:

Kann Musiktherapie bei der Regulation und Modulation belastender emotionaler Prozesse eine hilfreiche Methode sein?

Unter welchen kontextuellen und personenbezogenen Bedingungen kann dies gelingen?